Besondere Einblicke für angehende Ärztinnen und Ärzte
Freuen sich über die besonderen Einblicke auf der PJ-Ausbildungsstation: Die PJler Antonia Frei, Julius Tismer, Assistenzarzt Jan Bardelle, Hannah Mühlhauser, Prof. Dr. Mario Iasevoli, Dr. Christoph Brüggenolte und Henrike Jehn. (Foto: EVA Ruhr)
Das Praktische Jahr (PJ) ist für angehende Ärztinnen und Ärzte der letzte Abschnitt ihres Medizinstudiums. Aufgeteilt in drei Tertiale, sammeln sie in dieser Zeit praktische Erfahrungen in der Inneren Medizin, in der Chirurgie und in einem Wahlfach. Als Lehrkrankenhaus der Universität Witten/Herdecke bietet das Evangelische Krankenhaus Witten seinen Studierenden in dieser Zeit besondere Einblicke: Chefarzt Prof. Dr. Mario Iasevoli hat in seiner Klinik für Innere Medizin eine PJ-Ausbildungsstation eingerichtet.
Seit Anfang des Jahres betreuen die Nachwuchsmediziner im EvK Witten, das Teil des EVA Ruhr (Evangelischer Verbund Augusta Ruhr) mit sieben Krankenhausstandorten in Bochum, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne und Witten ist, unter ärztlicher Supervision ihre eigenen Patienten: von der Aufnahme über die Visite bis zum Entlassungsbrief. Dabei schulen sie ihre Fähigkeiten in der Anamnese und Untersuchung sowie in der Gesprächsführung mit Patienten und Angehörigen. Sie machen Visiten, legen venöse Zugänge, nehmen Punktionen oder Sonografien vor, stellen Diagnosen, schreiben Befunde und ordnen Therapien an. Wertvolle Einblicke, von denen die Studierenden sehr profitieren: Julius Tismer zum Beispiel hat auf der PJ-Station viel über organisatorische Abläufe im Stationsalltag gelernt. Antonia Frei gelingt es nun deutlich besser, zu priorisieren. „Am Anfang war alles wichtig, jetzt kann ich viel besser einschätzen, was akut ist und was noch aufgeschoben werden kann“, sagt die junge Frau rückblickend.
Auch wenn die Studierenden für ihre eigenen Patienten verantwortlich sind – allein sind sie auf der PJ-Ausbildungsstation nie. „Wir unterstützen natürlich im Hintergrund, stehen jederzeit für Gespräche zur Verfügung und betreuen die Studierenden sehr eng“, sagt Prof. Dr. Iasevoli. Die Lehre ist dem Ärztlichen Direktor des EvK eine Herzensangelegenheit. Seit vielen Jahren engagiert er sich in der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke und ist PJ-Verantwortlicher im EvK. Für seine wöchentliche Lehrvisite, mit der er die Studierenden auch auf ihr bevorstehendes Examen vorbereitet, nimmt er sich viel Zeit. Die PJ-Ausbildungsstation, ein langgehegter Wunsch Iasevolis, betreut er gemeinsam mit Oberarzt Dr. Christoph Brüggenolte und Assistenzarzt Jan Bardelle, der vor zwei Jahren selbst noch als Medizinstudent im Praktischen Jahr über den Wittener Stationsflur lief. „Wir machen hier ein ‚Training on the job‘. Die Studierenden üben hier genau das, was sie direkt nach dem Examen als Stationsärzte machen müssen“, sagt Prof. Dr. Iasevoli. Er ist überzeugt: „Damit sind sie optimal auf die Zeit nach ihrer Ausbildung vorbereitet.“
Zum Ende des ersten Tertials ist der Chefarzt mit seinem neuen Ausbildungsangebot zufrieden: Die Premiere sei geglückt, die PJ-Ausbildungsstation in seinen Augen ein Gewinn für alle – auch für die Patienten. „Die sind begeistert, dass sich die Studierenden so viel Zeit für sie nehmen und sie viel Aufmerksamkeit bekommen“, berichtet Mario Iasevoli. Denn: Zusätzlich zur Visite der angehenden Mediziner werden sie natürlich bei Bedarf auch von den Stationsärzten in gewohnter Weise betreut.