• Home

Expertin gibt Tipps zum Schutz der Nieren

Anlässlich des Weltnierentages am 12. März gibt Dr. Maria Marques Tipps zum Schutz dieser beiden Organe. Als Nephrologin und Leitende Oberärztin der Klinik für Geriatrie im Evangelischen Krankenhaus Witten liegt ihr die Nierengesundheit älterer Menschen besonders am Herzen.

Sie sind gerade einmal faustgroß und leisten täglich Schwerstarbeit für unseren Körper: die Nieren. „Diese beiden Organe sind zentral für unsere Gesundheit und sollten deshalb gut geschützt werden“, rät Dr. Maria Marques, Leitende Oberärztin der Klinik für Geriatrie im Evangelischen Krankenhaus Witten, das Teil des EVA Ruhr (Evangelischer Verbund Augusta Ruhr) mit insgesamt sieben Krankenhausstandorten ist. Anlässlich des Weltnierentages am 12. März gibt die erfahrene Nephrologin und Geriaterin Tipps, was insbesondere ältere Menschen für ihre Nierengesundheit tun können.

Nieren filtern das Blut, regulieren den Blutdruck, steuern den Salz- und Wasserhaushalt und beeinflussen die Bildung roter Blutkörperchen. „Ihre Bedeutung reicht weit über die Entgiftung hinaus“, sagt Maria Marques. Gerade deshalb hat eine eingeschränkte Nierenfunktion gravierende Folgen: „Schon leichte Funktionsverluste der Nieren erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz deutlich“, weiß die Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie. Umgekehrt bedeutet das auch: Wer seine Nieren schützt, schützt zugleich Herz und Gefäße.

Besonders ältere Menschen sollten ihre Nierengesundheit im Blick haben, denn mit zunehmendem Alter verändert sich die Nierenfunktion: Die Zahl der funktionsfähigen Filtereinheiten nimmt ab, Blutgefäße verlieren an Elastizität und Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes treten häufiger auf. Auch der Wasserhaushalt wird im Alter schwieriger zu regulieren, denn das Durstempfinden lässt nach. Gleichzeitig nehmen viele ältere Menschen Medikamente ein, die entwässernd wirken oder den Blutdruck senken. „Herz- und Nierenerkrankungen beeinflussen sich gegenseitig“, erklärt Dr. Maria Marques. „Deshalb ist es wichtig, bestehende Erkrankungen zu kennen und sowohl die Medikamenteneinnahme als auch die Trinkmenge individuell anzupassen.“ Ein zentraler Vorsorgetest zur Erkennung von Nierenerkrankungen ist die Bestimmung von Albumin im Urin. „Die Untersuchung ist unkompliziert und kann in der Hausarztpraxis erfolgen“, weiß Maria Marques. Albumin im Urin weist früh auf eine Schädigung der Nierenfilter hin – oft bevor Beschwerden oder auffällige Blutwerte auftreten. „Gerade für ältere Menschen und Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist diese Kontrolle von hoher Bedeutung“, betont die Nephrologin. 

Auf Grundlage von Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften hat die Leitende Oberärztin acht goldene Regeln zum Schutz der Nieren formuliert: 

  1. Körperlich aktiv bleiben, denn Bewegung stabilisiert Blutdruck und Stoffwechsel.
  2. Blutzucker kontrollieren, denn eine gute Diabeteseinstellung schützt die Nieren.
  3. Blutdruck konsequent behandeln, denn erhöhter Druck schädigt die feinen Filtergefäße.
  4. Ausgewogen essen, Salz reduzieren und frische Lebensmittel bevorzugen.
  5. Bedarfsgerecht trinken – das sind in den meisten Fällen 1,5 bis 2 Liter täglich; bei Herz- oder Nierenerkrankungen muss die Trinkmenge individuell abgestimmt werden.
  6. Aufs Rauchen verzichten, denn das schützt Gefäße und Durchblutung.
  7. Schmerzmittel zurückhaltend einsetzen – eine Dauereinnahme sollte nicht ohne ärztliche Begleitung erfolgen.
  8. Nierenfunktion regelmäßig überprüfen lassen – besonders im höheren Lebensalter und bei Risikofaktoren. 
Zurück